Gründen

Gründen

Sie möchten sich in Nordrhein-Westfalen selbstständig machen? Noch vor der Anmeldung Ihres Unternehmens bei der zuständigen Behörde sollten Sie einige Faktoren beachten.

Neben einer Geschäftsidee müssen grundlegende Fragen zum Businessplan und zur Rechtsform geklärt werden. Der Erfolg Ihres Unternehmens hängt von vielen Einflüssen ab. Eine gute Vorbereitung gehört in jedem Fall dazu.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen rund um das Thema „Existenzgründung“. Sollten Sie sich bereits dazu entschlossen haben, ein Geschäft zu eröffnen oder ein Unternehmen zu gründen, besuchen Sie doch unsere Seite „Gewerbeanmeldung“.

Eine kurze Übersicht über die wichtigsten Erlaubnisse und Zulassungen finden Sie im Downloadbereich.

Sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene gibt es verschiedene Institutionen, die sich das Thema „Existenzgründung“ auf Ihre Fahnen geschrieben haben. Neben dem Existenzgründungsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sind speziell die Startercenter NRW wichtige Anlaufstellen, wenn es um das Thema Existenzgründungen in Nordrhein-Westfalen geht. Die Startercenter NRW unterstützen Sie bei Ihrem Weg in die Selbstständigkeit und bieten eine kostenlose und individuelle Beratung.Logo Startercenter.NRW

Welches Startercentercenter für Sie zuständig ist, finden Sie in der hier.

Im Formularserver NRW finden Sie Formulare für verschiedene Aspekte der Existenzgründung. Sie geben Ihre Daten in ein so genanntes Meta-Formular ein, eine Software, die Sie durch die Tücken des formalen Gründungsprozesses lotst. Daraus werden die benötigten Formulare für die einzelnen Behörden automatisch erstellt. Diese brauchen Sie dann nur noch auszudrucken, zu unterschreiben und an die entsprechenden Stellen auf dem Postwege zu versenden (ggf. mit weiteren Anlagen). Zusätzlich sind wichtige Adressen und Merkblätter zu den verschiedenen Gewerben hinterlegt und können ebenfalls ausgedruckt werden.

Ausländische Unternehmen, die in Deutschland beispielsweise eine Zweigstelle eröffnen möchten, können sich auch an Germany Trade & Invest wenden. Die Gesellschaft vermarktet den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland im Ausland, informiert deutsche Unternehmen über Auslandsmärkte und begleitet ausländische Unternehmen bei der Ansiedlung in Deutschland.

Über folgende Themen sollten Sie sich vor der Unternehmensanmeldung Gedanken machen:

  • Geschäftsidee
  • Businessplan
  • Unternehmensfinanzierung und Förderprogramme
  • Gewerbliche Tätigkeit oder freiberufliche Tätigkeit
  • Rechtsform
  • Standortfrage
  • Buchführung
  • Scheinselbstständigkeit
  • Steuern
  • Versicherungen/ Vorsorge

Geschäftsidee

Eine Geschäftsidee steht am Anfang aller Existenzgründungen. Egal ob Sie sich als Friseur/in selbständig machen, nebenberuflich als Berater/in tätig werden oder selbstgemachte Artikel über das Internet verkaufen wollen.

Es kann natürlich auch sein, dass der Wunsch nach Selbstständigkeit im Vordergrund steht und daher nach einer Geschäftsidee gesucht wird. In jedem Fall sollte diesem ersten Schritt eine hohe Bedeutung zugemessen werden.

Businessplan

Die Erstellung eines Businessplans ist hilfreich bei der Unternehmensgründung. Hierbei wird der Frage nachgegangen, wie Sie dieses Ziel erreichen wollen? Ein gut ausgearbeiteter Businessplan hilft Ihnen dabei Ihre eigenen Ziele und Gedanken zu ordnen und erhöht somit die Erfolgschancen. Sie würden doch auch nicht ein Haus bauen wollen, ohne sich vorher einen Plan zurechtzulegen, oder?

Finanzierung

Eine gute Idee und ein ausgearbeiteter Businessplan alleine reichen nicht immer aus. Häufig ist ein ausreichendes Startkapital notwendig, um überhaupt erst einmal tätig werden zu können. Insofern muss auch die Frage der Unternehmensfinanzierung geklärt werden.

Auf den Seiten des STARTERCENTER NRW erhalten Sie umfassende Informationen zur Unternehmensfinanzierung und öffentlichen Förderung. Über die Fördermöglichkeiten finden Sie außerdem Informationen beim Förderlotsen NRW, einem gemeinsamen Angebot der nordrhein-westfälischen Landesregierung und der NRW.BANK. Hier finden Sie einen einfachen und übersichtlichen Einstieg in die umfangreichen Fördermöglichkeiten in Nordrhein-Westfalen.

Dazu gibt die Förderdatenbank des Bundes einen umfassenden und aktuellen Überblick über die Förderprogramme des Bundes und der Länder.

Überdies bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf seiner Internetseite ein e-Training zur Gründungs- und Wachstumsfinanzierung. Das Lernprogramm kann helfen, typische Finanzierungsfehler zu vermeiden und bietet eine Vorbereitung auf die Finanzierung Ihres Vorhabens.

Freiberufler oder Gewerbetreibender

Der Großteil der Tätigkeiten fällt unter die gewerbliche Tätigkeit und muss daher beim örtliche Gewerbe- bzw. Ordnungsamt angemeldet werden. Ein Gewerbe ist jede wirtschaftliche Tätigkeit, die auf eigene Rechnung, eigene Verantwortung und auf Dauer mit der Absicht zur Gewinnerzielung betrieben wird, mit Ausnahme freiberuflicher oder landwirtschaftlicher Tätigkeit.

Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehören nach dem Einkommensteuergesetz §18 (1) selbstständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten, wie

  • Ärzte,
  • Rechtsanwälte,
  • Ingenieure,
  • Architekten,
  • Heilpraktiker,
  • Journalisten,
  • Dolmetscher, Übersetzer.

Die Freiberufler müssen ihr Gewerbe nicht beim Ordnungsamt anmelden, sondern wenden sich direkt an „ihr“ Finanzamt, um dort ihre freiberufliche Tätigkeit anzugeben.

Die Einschätzung, welcher Beruf als eine freiberufliche Tätigkeit eingestuft wird, ist nicht immer ganz einfach, daher sollten Sie sich im Zweifelsfall vorab von Ihrem Finanzamt eine Auskunft einholen.

Freiberufler genießen in der Regel gegenüber den Gewerbetreibenden einige Vorteile:

  • Sie können auf eine aufwendige kaufmännische Buchführung verzichten. Es genügt eine (vergleichsweise) einfache Einnahmenüberschussrechnung.
  • Sie werden nicht Pflichtmitglied in einer Industrie- und Handelskammer (oder sonstigen ständischen Berufs- oder Branchenvereinigungen) und können sich die damit verbundenen Beitragszahlungen sparen.
  • Sie müssen selbst dann keine Gewerbesteuer zahlen, wenn sie pro Jahr mehr als 24.500 Euro Gewinn machen.

Für einige Freie Berufe wie z.B. Apotheker, Rechtsanwälte und Architekten ist eine Mitgliedschaft in einer Standeskammer jedoch verpflichtend.

Auch bei der Krankenversicherung gibt es bei den Freien Berufen Sonderfälle. So müssen sich Künstler oder Publizisten über die Künstlersozialkasse krankenversichern. Weiterführende Informationen finden Sie hier und im Downloadbereich.

Rechtsform

Wer ein Unternehmen gründet, muss sich zunächst für eine Rechtsform entscheiden. Die Wahl der Rechtsform wirkt sich auf mitgliedschafts- und haftungsrechtliche sowie steuerliche Überlegungen aus. Für den Einstieg in die Selbstständigkeit werden häufig Einzelunternehmen gegründet, wobei auch weitere Rechtsformen zur Verfügung stehen. Insofern ist es ratsam, sich vorab beim Steuerberater aufklären zu lassen, welche Rechtsform in Ihrem Fall am besten geeignet wäre.

Eine Übersicht über die einzelnen Rechtsformen finden Sie hier.

Standortfrage

Auch die Frage nach dem Standort sollte gut gewählt sein. Betreibe ich mein Geschäft erst einmal von zu Hause oder miete ich dafür eigene Büroräume an? Der richtige Standort kann entscheidend sein für den Erfolg Ihres Unternehmens.

Ausführliche Informationen zum Thema „Standort“ finden Sie hier.

Buchführung

In der Buchführung werden alle Geschäftsvorgänge einer Unternehmung anhand von Belegen erfasst. Anhand dieser Belege können Unternehmensgründer schnell und einfach ihre Ein- und Ausgaben überblicken und kommen gleichzeitig der Informationspflicht für verschiedene Behörden wie dem Finanzamt nach.

Ausführliche Informationen zum Thema „Buchführung“ finden Sie hier.

Scheinselbstständigkeit

Als Scheinselbstständigkeit wird ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis bezeichnet, das zwischen einem selbständigen Unternehmer und einem Auftraggeber geschlossen wird. Mit dieser Scheinselbstständigkeit werden sozialversicherungspflichtige Anforderungen umgangen, was wiederum  strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Relevant könnte die Scheinselbstständigkeit insbesondere bei freien Mitarbeitern und Einzelunternehmern mit nur einem oder wenigen Auftraggebern sein. Ob Scheinselbstständigkeit vorliegt, prüft die Deutsche Rentenversicherung Bund durch ein sogenanntes Statusfeststellungsverfahren. 

Ausführliche Informationen zum Thema „Scheinselbstständigkeit“ finden Sie hier.

Steuern

Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer! Um dieses Thema kommen selbstverständlich auch Existenzgründerinnen und Existenzgründer nicht vorbei.

Es ist daher ratsam, sich bereits vor der Gewerbeanmeldung Gedanken zu diesem Thema zu machen und es bietet sich an, einen Fachmann (Steuerberater) zu befragen.

Insbesondere kleinere Unternehmen können von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen. Wenn man sich dafür entscheidet, entfallen Umsatzsteuer und Vorsteuer. Nähere Informationen zur Kleinunternehmerregelung finden Sie hier.

Eine Übersicht dazu, welche Steuern es gibt, und wer Sie zu zahlen hat, finden Sie hier und bei den Downloads.

Versicherungen/Vorsorge

Auch das Thema „Versicherungen“ gilt es bei einer Existenzgründung ausreichend zu berücksichtigen. Durch Vorsorge können Sie die betrieblichen (Maschinenschaden, Feuer) oder persönlichen (Krankheit, Unfall) Risiken minimieren.

Es gibt eine Vielzahl an Versicherungen. Welche davon tatsächlich notwendig ist, hängt natürlich auch von der ausgeführten Dienstleistung ab. Ein Transportunternehmen sollte beispielsweise über eine Transportversicherung nachdenken, um die transportierten Güter vor Verlust oder Schäden zu schützen.

Ein großes Augenmerk sollten Selbstständige jedoch auch auf die persönlichen Versicherungen legen, um bei Unfall oder Krankheit ausreichend geschützt zu sein.

Ausführliche Informationen zum Thema „Versicherungen“ finden Sie hier und bei den Downloads.

GovBot

Govbot